Wir verfolgen einen umfassenden Ansatz zum Amphibienschutz: Neben projektbezogenen Massnahmen werden im normalen Bahnbetrieb spezielle Lösungen an kritischen Stellen umgesetzt. Insgesamt identifizieren und betreuen wir mehrere Amphibienkonfliktstellen entlang unseres Streckennetzes. Dort kombinieren wir bauliche, technische und organisatorische Massnahmen, um Wanderungen sicherer zu machen.

Selbst entwickelter Amphibienabweiser

Ein Beispiel ist ein durch Mitarbeitende der Zentralbahn entwickelter Amphibienabweiser, der bereits an Problemstellen wie in Lungern eingesetzt wird. Ziel dieser Vorrichtungen ist es, Amphibien von den Gleisen wegzulenken und sie entlang sicherer Routen zu führen. Zur Prüfung der Wirksamkeit und zum besseren Verständnis des Verhaltens wird ein Videomonitoring durchgeführt. Die Aufnahmen zeigen, wie Amphibien bei ihren Wanderungen auf die Abweiser reagieren und liefern wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Schutzmassnahmen.

Projekt am Lungerersee

Die jährliche Amphibienwanderung ist ein zentrales Ereignis, das wir aktiv begleiten. Dieses Jahr erfordert die Wanderroute zwischen Kaiserstuhl und dem Strassentunnel der Lungernumfahrung spezielle Lösungen, da das A8-Projekt die gewohnten Wege beeinträchtigt. Um die Amphibien dennoch sicher zu ihren Laichgewässern zu bringen, sammeln wir die Tiere entlang unseres Trasses in Kisten und transportieren sie händisch zum Lungerersee. Die Kisten werden während der Laichzeit morgens und abends geleert: Montag bis Freitag übernimmt eine Bauunternehmung diese Aufgabe, nachts und an Wochenenden unterstützen Freiwillige. So stellen wir sicher, dass die Wanderung trotz Bauarbeiten geschützt stattfinden kann. Koordiniert und begleitet wird unser Projekt durch die Nationale Koordinationsstelle Amphibien (karch). Weitere Informationen gibt es auf der Webiste von info fauna.

Mit diesen Massnahmen verbinden wir verantwortungsvolle Infrastrukturentwicklung mit aktivem Natur- und Artenschutz.

Im Gespräch: Till Jäggi, Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanager

Schauen Sie sich jetzt das Video mit Till Jäggi, Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanager der Zentralbahn, an und erfahren Sie, was wir in Zusammenarbeit mit der Nationalen Koordinationsstelle Amphibien (karch) konkret für die ökologische Nachhaltigkeit tun. Interviewpartner ist Thomas Keiser, Leiter Unternehmenskommunikation. 

Nachfolgender Inhalt ist allenfalls nicht barrierefrei.Im Video stehen Till Jäggi und Thomas Keiser draussen, neben unserem Trassee. Daneben sieht man eine Amphibiensammelkiste. Im Interview sagen sie folgendes: Till Jäggi du bis unser Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanager der Zentralbahn. Wir stehen hier oberhalb des Lungerersee bei einer Amphibiensammelkiste. Was machen wir als Zentralbahn mit dieser Kiste? Wir haben hier ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Die Tiere wandern, die Erdkröten, vom Berg Richtung See runter zum Laichen. Unser Trassee ist momentan ein Hindernis und die Tiere wandern in diese Kisten und werden anschliessend runter zum See gebracht, zu den Laichgebieten. Wer bringt diese Amphibien runter zum See? Momentan sind das Leute von der Baustelle vom N8-Projekt unterhalb auf unserem Trassee, die es unter der Woche machen und an den Wochenenden machen es Freiwillige und Leute der karch. Stelle ich mir das richtig vor, dass das täglich gemacht wird? Genau, das wird momentan jeden Morgen gemacht und am Wochenende ebenfalls und manchmal auch am Abend – je nach dem. Und wieso ist der Schutz von Amphibien so wichtig? Amphibien sind eine der bedrohtesten Tierklassen weltweit aber auch in der Schweiz. Von über 19 Amphibienarten sind fast 80% bedroht. Deshalb ist es wichtig, dass wir von der Zentralbahn uns darum kümmern und Schutzmassnahmen ergreifen für diese Tiere, damit sie weiterhin bestehen können. Und wie sind deine Erfahrungen, wenn du bereits auf die letzten paar Tage und Monate zurückblickst? Momentan ist es noch ziemlich trocken, die Tiere sind noch nicht so fleissig am Wandern, aber in den Kisten sind schon sehr viele Tiere festgestellt worden und auch zu den Laichgebieten gebracht worden. Aber wenn es hoffentlich bald regnet, dann sollte die Wanderung richtig los gehen. Sodass noch mehr Tiere zu ihren Laichgebieten gebracht werden. Dann wünschen wir dir und uns viel Erfolg, danke vielmals Till Jäggi. Merci auch.