Amphibienschutz entlang der Gleise.
Damit Amphibien sicher wandern können.
Nachhaltigkeit01.05.2026Thomas Kaiser
Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche sind besonders verletzlich. Ihre jährlichen Wanderungen zu Laichgewässern kreuzen oft unsere Gleise. Wir setzen uns entlang des Streckennetzes mit gezielten Massnahmen für den Schutz dieser Tiere ein. Entlang mehreren Amphibienkonfliktstellen arbeiten wir daran, Gefahren zu minimieren und Lebensräume zu erhalten.
Wir verfolgen einen umfassenden Ansatz zum Amphibienschutz: Neben projektbezogenen Massnahmen werden im normalen Bahnbetrieb spezielle Lösungen an kritischen Stellen umgesetzt. Insgesamt identifizieren und betreuen wir mehrere Amphibienkonfliktstellen entlang unseres Streckennetzes. Dort kombinieren wir bauliche, technische und organisatorische Massnahmen, um Wanderungen sicherer zu machen.
Selbst entwickelter Amphibienabweiser
Ein Beispiel ist ein durch Mitarbeitende der Zentralbahn entwickelter Amphibienabweiser, der bereits an Problemstellen wie in Lungern eingesetzt wird. Ziel dieser Vorrichtungen ist es, Amphibien von den Gleisen wegzulenken und sie entlang sicherer Routen zu führen. Zur Prüfung der Wirksamkeit und zum besseren Verständnis des Verhaltens wird ein Videomonitoring durchgeführt. Die Aufnahmen zeigen, wie Amphibien bei ihren Wanderungen auf die Abweiser reagieren und liefern wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Schutzmassnahmen.
Projekt am Lungerersee
Die jährliche Amphibienwanderung ist ein zentrales Ereignis, das wir aktiv begleiten. Dieses Jahr erfordert die Wanderroute zwischen Kaiserstuhl und dem Strassentunnel der Lungernumfahrung spezielle Lösungen, da das A8-Projekt die gewohnten Wege beeinträchtigt. Um die Amphibien dennoch sicher zu ihren Laichgewässern zu bringen, sammeln wir die Tiere entlang unseres Trasses in Kisten und transportieren sie händisch zum Lungerersee. Die Kisten werden während der Laichzeit morgens und abends geleert: Montag bis Freitag übernimmt eine Bauunternehmung diese Aufgabe, nachts und an Wochenenden unterstützen Freiwillige. So stellen wir sicher, dass die Wanderung trotz Bauarbeiten geschützt stattfinden kann. Koordiniert und begleitet wird unser Projekt durch die Nationale Koordinationsstelle Amphibien (karch). Weitere Informationen gibt es auf der Webiste von info fauna.
Mit diesen Massnahmen verbinden wir verantwortungsvolle Infrastrukturentwicklung mit aktivem Natur- und Artenschutz.
Im Gespräch: Till Jäggi, Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanager
Schauen Sie sich jetzt das Video mit Till Jäggi, Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanager der Zentralbahn, an und erfahren Sie, was wir in Zusammenarbeit mit der Nationalen Koordinationsstelle Amphibien (karch) konkret für die ökologische Nachhaltigkeit tun. Interviewpartner ist Thomas Keiser, Leiter Unternehmenskommunikation.