Eine Lehre, mehr nicht

Bereits sein Vater und sein Götti waren Schuhmachermeister. In der engen Werkstatt seines Vaters ging Franz Kälin als Kind ein und aus und brachte Kunden die geflickten Schuhe nach Hause. Von Begeisterung für den Beruf noch keine Spur. Und doch startete er die Lehre als Schuhmacher. «Ich machte diese Lehre halt einfach, weil man etwas machen muss. Die Idee war auch, dass ich das Geschäft übernehme», sagt Franz Kälin.

Es kam anders. Er wollte mit Menschen arbeiten und sein Wissen weitergeben. Nach der Meisterprüfung arbeitete er als Leiter der Schuhmacher-Lehrwerkstatt in einem Jugendheim, startete 1988 mit Abendkursen und liess sich parallel zum Sozialpädagogen ausbilden. Nach mehreren Jahren als Tagesstättenleiter bei den Universitären Psychiatrischen Diensten Bern entschied er sich, nur noch Kurse zu geben.

«Der erste Kurs war ein absolutes Fest», erinnert sich Kälin. «Da wusste ich: Genau das will ich machen.» Zwar bietet er noch immer einen Reparaturservice an, aber das beschäftigt ihn nur etwa einen halben Tag pro Woche. Seine Leidenschaft sind Kurse. Und sein Credo dabei: «Ich behalte kein Wissen zurück, um meine Position zu stärken.» Typisch Franz.

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