Ausgangslage.

Störungen auf dem Netz der Zentralbahn sind für involvierte Mitarbeitende herausfordernd. Zeitnah müssen Entscheidungen getroffen werden, damit der Betrieb wieder in den Ursprungszustand überführt werden kann. Deshalb müssen die Fahrdienstleiterinnen und -leiter auf alle denkbaren Szenarien vorbereitet und intensiv geschult werden. Für diese Ausbildungszwecke wurde das Lern- und Trainingssystem (LTS) beschafft.

Zielsetzung, Nutzen & Umsetzung.

Papier, Kugelschreiber und Bilder, wie sie von einem Stellwerk zu sehen sind: Mit diesen Werkzeugen bildeten sich bis vor kurzem die Mitarbeitenden der Leitstelle analog weiter. Ein guter Weg. Die Verantwortlichen wollten dennoch die Schulungen auf eine neue Ebene bringen. Ziel dabei waren, die Aus- und Weiterbildung effizient, flexibel und realitätsnah durchführen zu können. Der Weg dazu: digital.

Im Sinne einer Personalentwicklungsmassnahme wurde ein interner Projektleiter mit entsprechender Ausbildung und Erfahrung im Team des Betriebs gefunden.

Die Zentralbahn fördert bei der Umsetzung jeglicher Digitalisierungs-Projekte folgende Verhaltensweisen:

  • Neugierig sein.
    Bei der Umsetzung probierte der Projektleiter im Sinne von «kaputt gehen kann nichts». Er brachte auf diese Weise sein Wissen vorwärts und erkannte neue Fähigkeiten.
  • Schritt für Schritt.
    Es wurde Teile des Streckennetzes abgebildet. In einem weiteren Schritt soll die komplette Abbildung des Streckennetzes bei den Trainings verfügbar sein. Nichtsdestotrotz, ein erster und effektvoller Schritt konnte getan werden.
  • Das Richtige tun.
    Die Mitarbeitenden der Leitstelle der Zentralbahn sind von der realitätsnahen Abbildung begeistert. Aufgrund der Erfahrungen zeigt sich, dass die Beschaffung des Systems zielführend ist und einen Mehrwert bietet.

Und wie läuft dies nun?

Die ersten Quartalsschulungen fanden statt. Jede Fahrdienstleiterin und jeder -leiter kann sich selbstständig am LTS weiterbilden. Die Leitung Betriebsführung gibt Ausbildungsschwerpunkte vor. Sie startet ein Replay und übt Situationen mit allem «Drum und Dran». Beispielsweise werden Befehle an die Lokführerinnen und Lokführer übermittelt. Im Nachgang werden die Fälle besprochen und Lehren daraus gezogen.

Veränderung des Berufsbildes.

Die Mitarbeitenden der Leitstelle sind sich bereits gewohnt, mit digitalen Mitteln zu arbeiten. Die Digitalisierung hat nun den Weg ins Übungsumfeld gefunden. Das Handling von Störungen wird gefestigt, die Mitarbeitenden können im Störungsfall noch professioneller reagieren. Das System wird auch für Prüfungen verwendet, die alle Mitarbeitenden der Leitstelle alle fünf Jahre ablegen.

Statement des Projektleiters.

«Die Situationen werden am Simulator mit unserer Topologie realistisch abgebildet, die entsprechenden Handlungen und Stellwerkbedienungen können im Eins-zu-eins-Training gezielt geschult werden. Es entsteht eine Win-win-win-Situation:

  • Durch die höhere Sicherheit bei der täglichen Arbeit verbessert sich die Zufriedenheit der Mitarbeitenden.
  • Die Kundinnen und Kunden profitieren bei Betriebsunterbrüchen von einer noch professionelleren und effizienteren Arbeit.
  • Die Zentralbahn verbessert ihr gutes Image.»