Der Tunnel Engelberg ist eröffnet.
Nach rund 10 Jahren Bauzeit wurde 12. Dezember 2010 der Tunnel Engelberg in Betrieb genommen. Der 4 km lange Tunnel verbindet neu das Klosterdorf Engelberg auf dem Schienenweg. Dank diesem Tunnel und dem Einsatz von umgebautem und neuem Rollmaterial kann das Fahrplan-Angebot verbessert werden. Auch der Fahrkomfort wird deutlich gesteigert. Einerseits ist ein Teil der Flotte nach Engelberg Niederflurig, d.h. das ebenerdige Einsteigen für Kinderwagen, Rollstühle und Rollkoffer ist gewährleistet und andererseits profitieren Fahrgäste nach Engelberg ebenfalls von Kundeninformationssystem, welches bis dato nur den S-Bahnen zugute kam.
Die wichtigsten Verbesserungen auf einen Blick.
Kürzere Fahrzeit – schnellere Verbindungen
Neu beträgt die Fahrzeit Luzern-Engelberg nur noch 47, jene von Engelberg nach Luzern 53 Minuten. Die längere Fahrzeit in Richtung Luzern begründet sich damit, dass die Steilrampe im Tunnel talwärts langsamer gefahren wird als bergwärts Richtung Engelberg. Aber auch die Fahrzeit von Wolfenschiessen, Dallenwil, Stans und Hergiswil nach Luzern und umgekehrt verkürzt sich massiv. Die Verbindungen werden direkter und der Name InterRegio dadurch auch gerechter.
Komfortableres und kundenfreundliches Rollmaterial
Das neue Rollmaterial nach Engelberg sieht neben einer umgebauten Lok des Typs HGe4/4 (bisher über den Brünig im Einsatz) mit 4 umgebauten Wagen (1. Klasse, 2 Klasse und Gepäckabteil) auch einen Gelenksteuerwagen (GSW) vor. Dank diesem GSW mit Niederflureinstieg ist das ebenerdige Einsteigen gewährleistet. Dies erleichtert das Reisen zwischen Luzern, Hergiswil, Stans und weiter nach Engelberg für Fahrgäste in Rollstühlen oder mit Kinderwagen und Rollkoffern erheblich. Auch ist dieser GSW mit einer Klimaanlage ausgerüstet, welche das Bahnerlebnis an besonders heissen, aber auch kühlen Tagen erheblich steigert.
Bessere Kundeninformation
Dieser Gelenksteuerwagen ist mit einem Bildschirm ausgerüstet, welcher nun den Fahrgästen bis nach Engelberg die Strecke und die Fahrplaninfos auch visuell anzeigt. Dieser Komfort war bisher ausschliesslich den S-Bahn-Fahrgästen zugänglich. Aber auch die akustische Information im Zug wird an das System des GSW angehängt und dadurch automatisiert.
Erhöhtes Platzangebot
Neu können 1000 Personen stündlich nach Engelberg reisen, bisher waren es deren 400. Dies ermöglicht einerseits bei Anlässen ein besseres Angebot anzubieten und andererseits auch an Spitzentagen genügend Plätze zur Verfügung zu stellen.
Wettersichere Erschliessung des Klosterdorfes Engelberg
Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Streckenunterbrüchen auf der aktuellen Steilrampe nach Engelberg. Sei dies aus Gründen starken Schneefalls oder bei Gewittern mit Sturmböen. Umgestürzte Bäume, geknickte Äste oder zuviel Schnee blockierten häufig Fahrleitungen und Geleise. Mit dem neuen Tunnel nach Engelberg wird diese Situation massiv entschärft und der Tourismusort Engelberg wettersicherer erschlossen.
Flexiblerer Einsatz des Rollmaterials
Die Zahnradsteigung nach Engelberg ist neu identisch mit jener über den Brünig. Dadurch kann neu das Rollmaterial, welches bislang ausschliesslich über den Brünig eingesetzt werden konnte, auch nach Engelberg fahren. Selbstverständlich sind dabei gewisse Umbauten notwendig, v.a. in Bezug auf Brandschutznormen im Tunnel nach Engelberg.
Zwei statt drei Kompositionen
Da sich die Fahrzeit auf deutlich unter eine Stunde verkürzt, kann der Fahrplan Luzern-Engelberg-Luzern mit nur noch zwei Kompositionen, statt bisher drei Kompositionen gefahren werden. Dies führt zu deutlich tieferen Produktions- und Betriebskosten, was sicher wiederum auf die Abgeltungen der öffentlichen Hand auswirken wird.

